Rheinhessische Blitzeinzelmeisterschaften 2002

in Mainz-Laubenheim

Gleb Voropaev verteidigt Meistertitel

1.V Ralph Biewer, OB Jens Beutel und Rheinhessenmeister Gleb Voropaev Vom 23.-30. März 2002 fanden die Einzelmeister- schaften des Schachbundes Rheinhessen erneut in Mainz-Laubenheim statt. Ausgerichtet wurden die Meisterschaften vom SC Lerchenberg. Die Stadt Mainz stellte wieder die großzügigie Sporthalle zur Verfügung. 91 Teilnehmer kämpften in 4 Klassen um Meistertitel.

Erstmalig wurde das Meister- turnier wieder im Schweizer System mit kleinerer Runden- zahl (7 Runden) und verkürzter Bedenkzeit (40/2h, Rest/30min) ausgetragen. Gleb Voropaev verteidigte dennoch aufgrund der bessern Feinwertung seinen Meistertitel vor den Bundesligaspielern Kai Wornath und Tillmann Vogler.

Zum Abschluß fand am Samstag traditionell die Schnellschachmeisterschaft statt, die Tillmann Vogler vor weiteren 75 Teilnehmern für sich entscheiden konnte. Bester Schachfreund war Alexander Stegmaier, der punktgleich mit dem zweitplazierten auf Platz 4 landete.

Die Sieger

MeisterturnierGleb Voropaev
Meisterturnier SeniorenMichail Minz
Damenwertung im HT1Isabel Katte
Hauptturnier 1Roland Ollenberger
Hauptturnier 2Julian Arenz
SchnellschachTillmann Vogler


Siegerfoto

Siegerfoto EM 2002
Die Sieger (von links nach rechts): Ralph Biewer (1.V SBRH), Jens Beutel (OB Stadt Mainz), Matthias Becker (2. HT2), Harry Weiss (2. MTS), Michael Roth (3. HT2), Gleb Voropaev (1. MT), Julian Arenz (1. HT2), Roland Ollenberger (1. HT1), Johannes Schneider (3. HT1), Isabel Katte (DW), Benno Jastroch (3. MTS), Michael Führer (2. HT1), Tillmann Vogler (3. MT), Günther Müller (Pr. SBRP)


Presseberichte


Mainzer Rheinzeitung vom 4.4.2002:

Die bessere Wertung reichte zum Titel

Voropaev holt rheinhessischen Schach-Titel vor Wornath - Stärkstes Feld der vergangenen Jahre


MAINZ. Traditionell in der Karwoche ermitteln die rheinhessischen Schachspieler ihre Meister - diesmal unter der Organisation des SC Lerchenberg wieder in der Sporthalle Mainz-Laubenheim. Gegen harte Konkurrenz verteidigte Gleb Voropaev (Heimersheim) seinen Titel aus dem Vorjahr.

Es ist nicht ganz leicht, eine solche Meisterschaft attraktiv zu gestalten, denn das offizielle Qualifikationssystem wird von starken Spielern kaum noch genutzt. Verständlich, denn wer von Rheinhessen über Rheinland-Pfalz zur Deutschen Meisterschaft will, braucht dazu im besten Fall ein Dreivierteljahr, während man in offenen Turnieren die Normen für internationale Titel theoretisch in einem Monat zusammenspielen kann. Eine Meisterschaft muss also durch Preise und günstige Austragung interessant an sich gemacht werden, und Rheinhessen scheint dabei auf einem guten Weg.

Der Modus wurde auf vier Runden am Wochenende vor Ostern sowie drei am Karfreitag und -samstag verkürzt, und die Geldpreise waren zumindest für einheimische Spieler nicht unattraktiv. Man hatte zwar in den Meister- und Hauptturnieren auf 100 Teilnehmer gehofft, war aber mit 90 dann auch recht zufrieden.

Qualitativ kam im Meisterturnier mit drei Schott-Zweitligaspielern (Kai Wornath, Tillmann Vogler, Andre Lisanti) und dem etwa gleichwertigen Titelverteidiger Voropaev wohl das stärkste Feld der vergangenen Jahre zusammen. Die Vorentscheidung fiel in den Runden drei bis fünf.

Aus den direkten Duellen kamen Voropaev und Wornath (der seine Vereinskollegen beide besiegte) mit einem Vorsprung heraus. Gegeneinander spielten sie ohne großen Kampf remis und blieben dann bis zum Schluss punktgleich. Da Voropaev die bessere Wertung hatte, reichte ihm das. In der letzten Runde konnte er zwar Gewinnchancen gegen Patrick Sieber (Landskrone) nicht nutzen, hatte aber das Glück, dass Wornath, der gegen Rudolf Garski (Gau-Algesheim) nicht gerade überragend stand, ebenfalls mit Remis zufrieden sein musste.

Vogler konnte durch drei Siege zum Schluss noch mit den Spitzenreitern gleichziehen, blieb aber nach Wertung auf Platz drei. Lisanti dagegen zog es nach einer weiteren Niederlage gegen Garski vor, zu den drei Schlussrunden gar nicht mehr anzutreten.

Im Senioren-Turnier gewann der klare Favorit Michail Minz (Gau-Algesheim) alle Partien; umso knapper ging es bei den Frauen zu, wo Isabel Katte (Lerchenberg) nur hauchdünn nach Wertung vor der punktgleichen Verena Rotermund (Vorwärts Orient) erfolgreich war.

Mit der Rekordbeteiligung von 76 Spielern war die Schnellschach-Meisterschaft zum Abschluss der Veranstaltung noch ein Höhepunkt. Die Top-Spieler des Meisterturniers trafen auch hier wieder zusammen, und diesmal war Vogler mit 7 aus 7 klarer Sieger, während sich Voropaev mit Rang 5 begnügen musste. Ein gutes Turnier spielte Oberbürgermeister Jens Beutel mit Platz 12, nur einen halben Punkt hinter dem Zweiten Wornath.

Gerd Treppner



Mainzer Allgemeine Zeitung vom 4.4.2002:

Der feine Unterschied liegt in der Feinwertung

Gleb Voropaev gewinnt vor punktgleichen Kai Wornath und Tillmann Vogler rheinhessische Schachtitelkämpfe

RHEINHESSEN (red) In einem bis zum Schluss spannenden Turnier hat Gleb Voropaev von den Schachfreunden Heimersheim seinen Titel bei den Meisterschaften des Schachbundes Rheinhessen verteidigt. Die bessere Feinwertung sicherte Voropaev den Titel vor Kai Wornath (TSV Schott) und Tillmann Vogler (TSV Schott).

Vor der letzten Runde führte Voropaev gemeinsam mit Wornath die Tabelle an. Am letzten Spieltag konnte Voropaev seinen Stellungsvorteil gegen Patrick Sieber (SK Landskrone-Altrhein) nicht nutzen und musste in das Remis einwilligen. Wornath ging es gegen Rudolf Garski (SK Gau-Algesheim) nicht besser, er musste letztlich froh sein, das Unentschieden gerettet zu haben. Tillmann Vogler konnte durch seinen Sieg gegen Kresimir Sulic (Schachfreunde Heidesheim) noch nach Punkten mit den Spitzenreitern gleichziehen.

Entsprach das Ergebnis des Meisterturniers noch den Erwartungen, so war der Sieg von Roland Ollenberger (SV Worms) im Hauptturnier 1 geradezu sensationell. An Nummer 35 der Setzliste in das Turnier gegangen, gab er in den ersten fünf Runden lediglich ein Remis ab und belegte damit den Spitzenplatz. In den letzten beiden Spielen erreichte er noch zwei Unentschieden und wurde damit ungeschlagen Turniersieger. Bei gleicher Punktzahl belegten aufgrund der Feinwertung Michael Führer (SK Feilbingert), Johannes Schneider (Theresianum Mainz) und Markus Korb (SV Pfeddersheim) die nächsten Plätze. Enttäuschend war das Ergebnis von Vincent Bremer (SV Ingelheim), der an Position 1 der Setzliste in das Turnier gestartet war, aber lediglich die Hälfte der erreichbaren Punkte erzielte. Er muss um seine schlechte Form gewusst haben, da er auf eine Teilnahme im Meisterturnier verzichtet hat. Dies tat ebenfalls Michail Minz (SK Gau-Algesheim), der sich zur Teilnahme im Seniorenturnier entschloss. Dort setzte er sich leicht gegen alle sieben Gegner durch und wurde Meister der Senioren. Harry Weiss (SV Bodenheim) besiegte in der letzten Runde Benno Jastroch (SV Worms) und belegte damit vor diesem den zweiten Platz in der Endabrechnung.

Das Hauptturnier 2, in dem vor allem die Nachwuchsspieler erste Turniererfahrungen sammeln, gewann der 16-jährige Julian Arenz (Landskrone-Altrhein) vor Matthias Becker (SK Gau-Algesheim) und Michael Roth (SC Lerchenberg). Die Siegerehrung nahm Oberbürgermeister Jens Beutel vor, der versicherte, dass die Sporthalle in Laubenheim auch in den nächsten Jahren als Veranstaltungsort der Meisterschaften zur Verfügung steht. Der OB war früher selbst zweimal Sieger der Rheinhessenmeisterschaften und kündigte an, dass der Titel im Schnellschach nur über ihn vergeben werde. Niemand wusste, dass er damit Recht behalten sollte. Mit zwei Siegen in das Turnier gestartet, verlor Jens Beutel in der dritten Runde gegen Tillmann Vogler. Dieser war danach nicht mehr aufzuhalten und gewann schließlich alle sieben Partien. Der zweite Platz ging wie im Turnier mit normaler Bedenkzeit an Kai Wornath (5,5 Punkte) vor dem punktgleichen Patrick Sieber (Landskrone-Altrhein) und Alexander Stegmaier (Schachfreunde Mainz).

Die Spieler gedachten des Verbandsspielleiters Jörg Dobmeier, dessen plötzlicher Tod vor wenigen Tagen die Meisterschaften überschattete. Die Leitung des Turniers wurde kurzfristig von Peter Faiß (SC Lörzweiler) übernommen, der von Reinhard Sabel (Schachfreunde Mainz) unterstützt wurde. Ralph Biewer, der Vorsitzende des Schachbundes Rheinhessen, zeigte sich mit souveränen Turnierleitung ebenso zufrieden wie mit der Ausrichtung der Meisterschaften durch die Schachabteilung.